Das Gebiet des ehemals grundherrlichen Meierguts wurde im Jahre 1480 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Damals gehörte es der Adelsfamilie der Freiherren von Freyberg, die ihren Stammsitz im nahegelegenen Dorf Hürbel hatten. Das Areal umfasste ca. 100 ha Wald- und Landwirtschaftsfläche und gehörte zu den kleineren Hofgütern im oberschwäbischen Gebiet. 1843 ging das Eigentum an den Ländereien an die Familie der Freiherren Koenig von und zu Warthausen über. Die Familie war sehr an der Natur und ihrer Erhaltung sowie ihrer Gestaltung auf dem Gelände interessiert. Das Schloss, das nördlich des Naturparks steht, wurde von 1903 bis 1906 von Friedrich Carl Wilhelm Freiherr Koenig von und zu Warthausen errichtet und rahmt mit dem Hofgut Sommershausen im Süden die Fläche des ehemaligen Parks ein. Friedrich Carl Wilhelm war ein großer Naturfreund und pflegte neben dem neuerbauten Schloss auch den Park und erweiterte diesen um weitere Koniferen. Es entstand ein einzigartiges Kleinod unterhalb des heutigen Schlosses Sommershausen, in dem Nadelbäume aus verschiedenen Ländern, heimische Kräuter und seltene Sträucher ständig gepflegt wurden.
Der Park diente bis zur Gutsversteigerung im Jahr 1974 auch den Bewohnern der Umgebung als beliebter Treffpunkt in der Freizeit. Die Gutsversteigerung an einen privaten Besitzer hatte schwerwiegende Folgen für den naturnahen Zustand der Ländereien. So wurde ein Naturweiher zugeschüttet, die Pflege des Naturparks wurde ausgesetzt und das alte Schlössle am unteren Weiher im Rahmen einer Feuerwehrübung abgebrannt. Das Schloss und das Hofgut mit den Ländereien wurden 1978 bei einem Weiterverkauf voneinander getrennt.
Als die Ländereien 1980 an verschiedene neue Besitzer verkauft wurden, ging die Fläche des Naturparks zu großen Teilen in den Besitz des Staates über, wurde aber vom Kreisforstamt Biberach betreut, das die Pflege des Parks nicht fortführte und ihn nicht bewirtschaftete. Durch die ausgesetzte Pflege und keinerlei weiterer forstwirtschaftlicher Tätigkeiten wurde der Naturpark sich selbst überlassen.
Erst 2017 wurden zusammen mit ForstBW, dem Rotary-Club Biberach und der Dorfgemeinschaft Wennedach Nadelbäume gepflanzt, der etwa 1 Km lange Weg mit Hackschnitzel begehbar gemacht und die Fläche des ehemaligen Naturparks beim Schloss Sommershausen in erster Linie für die Öffentlichkeit als attraktives Erholungsgebiet erschlossen. In den folgenden Jahren wurde das Arboretum hingebungsvoll von der Dorfgemeinschaft Wennedach und dem Rotary-Club Biberach gepflegt. Insektenhotels wurden aufgestellt unter großem Einsatz der Dorfgemeinschaft, mit Traktoren und vielen Helfern.
Ziel ist die Erhaltung der neophyten Koniferen. Den Besuchern werden neben dem Zugang zu den Bäumen auch Informationen über die jeweiligen Baumarten bereitgestellt. 2023/2024 wurde bei einem Flächentausch der Kreis Biberach Eigentümer. Seitdem gab es einige Änderungen. Die Insektenhotels wurden an anderer Stelle aufgestellt, ein Sandarium und ein Käferkeller wurden angelegt. Eine Sitzgruppe wurde an zentraler Stelle aufgestellt, auch innerhalb des Arboretums wurden einige Bänke aufgestellt.
Die Flächengröße liegt bei circa 2,9 ha, die sich in 0,3 ha Wasserfläche durch den Weiher und 2,6 ha Wald- und Wiesenfläche aufteilen.
Der Eingang zum Arboretum befindet sich vor der Einfahrt zum Schloss Sommershausen. Dort gibt es auch Parkplätze.
Adresse:
Sommershausen 1
88416 Ochsenhausen
Link zu Google Maps: https://goo.gl/maps/BXq4Bcce25VJZiwbA






